Klimapolitik und Wissenschaft

Globales Fiebermessen – WMO-Bericht „State of the Global Climate“

Während die ganze Welt mit Fiebermessen beschäftigt ist, hat auch die Welt-Meteorologie-Organisation ihr Testergebnis vorgestellt. Die WMO-Patientin ist aber kein potentieller Corona-Fall, sondern unser Planet Erde. In ihrem aktuellen Bericht zum „Zustand des globalen Klimas“ beschreibt die WMO die Symptome, durch die sich der Klimawandel im Jahr 2019 bemerkbar gemacht hat.

Steigende Temperaturen und extreme Hitze

Zwar landet 2019 auf der Liste der wärmsten Jahre im globalen Durchschnitt „nur“ auf dem zweiten Platz. Doch gleichzeitig ging die wärmste Dekade seit Beginn der Messungen zu Ende (2010-2019).
Diese steigenden Durchschnittstemperaturen bekommen wir eher indirekt mit, beispielsweise durch schmelzende Gletscher oder eine immer geringere Meereisausdehnung über der Arktis: Nur im September 2012 war die Eisdecke dort noch weiter zusammengeschrumpft als im September 2019.

In unserem Alltag bemerken wir dagegen eher die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf unser Wetter und Wetterextreme: Das Jahr 2019 war vor allem durch Hitzewellen und Dürre während der Sommermonate geprägt, nicht nur in Europa, sondern auch in vielen anderen Teilen der Welt wie Japan und Australien.

Warm, sauer und Meer

Was man dabei oft vergisst: Mehr als 90 % der überschüssigen Energie, die das Klimasystem durch steigende Treibhausgaskonzentrationen ansammelt, landet nicht in der Atmosphäre, sondern wird von den Ozeanen geschluckt. In der Folge heizen sich auch die Weltmeere immer weiter auf: Noch nie seit Beginn der Messungen waren die Ozeane wärmer als im Jahr 2019.

Gleichzeitig wird das Meerwasser durch die Aufnahme von Kohlenstoffdioxid immer saurer. Zusammen mit dem Hitzestress führt das zu Korallenbleichen und dem Absterben mariner Ökosysteme weltweit. Dazu steigt der mittlere Meeresspiegel weiter an, auch hierbei wurde 2019 ein neuer Rekordwert erreicht.

Gesundheit!

Wie sich Wetter, Temperatur und Sonneneinstrahlung auf das Corona-Virus auswirken, ist noch nicht eindeutig geklärt – dass der Klimawandel aber auch direkte Folgen für die menschliche Gesundheit hat, steht außer Frage: Durch steigende Temperaturen können sich zum Beispiel Tropenkrankheiten wie das Dengue-Fieber weiter verbreiten.

Mit der derzeitigen Entwicklung ist die Weltgemeinschaft weit davon entfernt, das Paris-Abkommen einzuhalten und die globale Erwärmung auf unter 2 Grad zu begrenzen, so auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres in seinem Vorwort zum aktuellen WMO-Bericht. Das Erreichen dieses Ziels ist aber dringend notwendig für eine sichere und gesunde Zukunft auf unserem Planeten.

Original-Bericht: WMO Statement on the State of the Global Climate in 2019

Globales Fiebermessen – WMO-Bericht „State of the Global Climate“
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