Auf nach Tokelau

Samoa verschwindet langsam am Horizont. Die Wellen des Südpazifik heben unser Schiff zur Brüstung dem Himmel entgegen, während wir Kurs auf unser weit entferntes Ziel nehmen: Tokelau. Drei Atolle umfasst diese südpazifische Inselnation. Mir wird erst jetzt richtig bewusst, dass wir bis zu unserer Ankunft am ersten Atoll, Fakaofo, 24 Stunden, einen ganzen Tag und eine Nacht lang kein Land sehen werden. Willkommen in Ozeanien. Auf der Weltkarte ist Tokelau nicht mehr als ein Sandkörnchen im Pazifik. Für die Menschen, die dort leben, sind diese abgelegenen Atolle Heimat, Lebensmittelpunkt und Grundlage ihrer kulturellen Identität, für die sie trotz massiver Herausforderungen, wie Meeresspiegelanstieg, Korallensterben, der Zunahme von extremen Wetterereignissen und Trinkwasserknappheit kämpfen.

Nicht luxuriös, aber gemütlich.

Zugegeben: Wasser ist nicht mein Element. Fünf Tage lang den Launen des Südpazifik ausgeliefert zu sein, jenseits menschlicher Besiedlung, hat mich bis jetzt eher beunruhigt. Jetzt, wo die Sonne am Horizont versinkt und einer rabenschwarzen Nacht weicht, in der die Mataliki uns unserem Ziel näher bringt, kriechen wir auf unsere Matratzen an Deck und lassen uns in den Schlaf schaukeln. Der erste pazifische Morgen lässt uns staunen über das königliche Blau um uns herum. Fliegende Fische begleiten die Mataliki, und als am Horizont die bewaldeten Inseln von Fakaofo in Sicht kommen, können wir es alle kaum erwarten, an Land zu kommen. Was bringt Menschen dazu, sich inmitten dieses gewaltigen Ozeans auf einer so flachen Koralleninsel niederzulassen? Wie gestalten sie ihr Leben und mit welchen Fragen und Herausforderungen haben sie zu tun? All das und noch viel mehr geht uns durch den Kopf, als die Bark uns unserem Treffen mit der Taupulega, dem Ältestenrat, entgegenbringt.

Außer Manolo, unserem Fotografen, hat keiner von uns Erfahrung mit dem Leben auf hoher See. Unsere Begeisterung darüber, zu einer der abgelegensten menschlichen Siedlungen zu reisen, hilft über flaue Mägen und Schwindel hinweg. „Lasst euch einfach darauf ein!“, rät Jewel, die Tochter von Foua, den Klimahausbesucher aus Samoa kennen. Jewel begleitet uns als „National Desaster Management Officer“ von Tokelau offiziell auf unserer Reise.

Auf nach Tokelau
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