Wetterextreme

Dorian und die Zukunft der Wirbelstürme

In der ersten Septemberwoche zog Hurrikan Dorian von der Karibik bis nach Kanada und richtete dabei viel Zerstörung an. Inzwischen hat er den Atlantik überquert und beeinflusst in stark abgeschwächter Form (als Sturmtief „Ex-Dorian“) unser Wetter hier in Europa. Aus aktuellem Anlass lohnt es sich, die Eigenschaften und zukünftigen Trends solcher „Monsterstürme“ genauer unter die Lupe zu nehmen, auch im Hinblick auf unsere Klimahaus-Reisestation Samoa im Südpazfik, wo die Wirbelsturmsaison im November beginnt.

Hurrikan, Zyklon, Taifun
Drei Namen, eine Bedeutung: Tropische Wirbelstürme werden je nach Weltregion unterschiedlich genannt. Gemeint ist dabei aber immer dasselbe Phänomen: ein extrem starkes Sturmtief, dass seine Energie aus dem tropisch warmen Meer (Oberflächentemperatur > 26 °C) bezieht und mit heftigen Regenfällen verbunden ist. Die Stürme werden je nach Windgeschwindigkeit in fünf Kategorien eingeteilt, wobei die höchste Kategorie (Kategorie 5) bei 251 km/h beginnt und nach oben offen ist.

Dorian – seiner Zeit voraus?
Aufgrund von zwei Eigenschaften wird Dorian als „Musterbeispiel“ für die zukünftige Entwicklung von Wirbelstürmen gedeutet.
Intensität: Dorian traf mit extrem hohen Windgeschwindigkeiten um 300 km/h auf die Bahamas und gab damit einmal mehr Anstoß zu Diskussionen, ob die Einführung einer neuen Kategorie (Kategorie 6) zur Beschreibung extrem starker Wirbelstürme sinnvoll ist beziehungsweise in Zukunft sogar notwendig wird.
Trägheit: Dorian bewegte sich phasenweise extrem langsam vorwärts. So stagnierte er beispielsweise zwei Tage lang über den Bahamas, weshalb er sich dort besonders verheerend auswirken konnte.

Einfluss des Klimawandels
Die gute Nachricht ist: Ein Anstieg in der Häufigkeit tropischer Wirbelstürme ist bislang nicht zu beobachten. Allerdings werden die oben genannten Eigenschaften durch den Klimawandel begünstigt, das heißt, höhere Luft- und Wassertemperaturen führen dazu, dass sich die Stürme schneller und stärker intensivieren können. Zudem bewegen sie sich langsamer fort, dringen weiter nach Norden und nach Süden vor und bringen gleichzeitig mehr Regen mit. Es deutet daher vieles darauf hin, dass wir es mit solchen „Ausnahmestürmen“ wie Dorian in Zukunft wohl häufiger zu tun bekommen.

Zum Weiterlesen:
Rahmstorf, S.: Warum der Klimawandel Tropenstürme gefährlicher macht (Gastbeitrag auf Spiegel Online, 3.9.2019)
Schadwinkel, A.: Die Zukunft wird träge und zerstörerisch (Zeit Online, 3.9.2019)
Bildquelle: NOAA (2.9.2019)

Dorian und die Zukunft der Wirbelstürme
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