Wetterextreme

Finde einen Regenbogen

Am kommenden Wochenende begehen wir einen der höchsten Feiertage, den unser Kalenderjahr zu bieten hat: den Finde-einen-Regenbogen-Tag! Am Samstag wird diese altehrwürdige Tradition auf der ganzen Welt zelebriert. Noch nie davon gehört? Dann wird es jetzt aber höchste Zeit, auch und gerade während Corona. Denn zum Glück ist dieser Feiertag völlig pandemiekonform: Um einen Regenbogen zu finden, muss man schließlich zwangsläufig raus an die frische Luft.

Regenbogen-Basics

Regengüsse spülen manchmal archäologische Kostbarkeiten frei – ein Ursprung der Legende?

Regenbögen entstehen, wenn weißes Sonnenlicht auf Regentropfen fällt und durch Brechung in seine einzelnen Spektralfarben zerlegt wird. Der flüchtige und gerade deshalb so schöne Anblick ist angeblich nicht die einzige Belohnung einer erfolgreichen Regenbogen-Jagd: Der Legende nach ist am Ende eines jeden Regenbogens ein Goldschatz versteckt.

Blöd nur, dass es dieses „Ende“ gar nicht gibt: Regenbögen sind nämlich kreisförmig. Aus der Froschperspektive sehen wir immer nur einen Ausschnitt von ihnen, während der Rest hinter dem Horizont verschwindet. Erst aus größerer Höhe (beispielsweise im Flugzeug) wird die komplette Ringform sichtbar.

Aber Regenbögen sind auch nicht das einzige optische Himmelsphänomen in der Meteorologie, das uns beim Blick nach oben zum Staunen bringt.

Aber Halo!

Egal wie himmlisch die Erscheinung – bitte niemals direkt in die Sonne schauen!

Weniger bekannt als die Regenbögen sind ihre blasseren Verwandten, die Halos. Sie erscheinen als farbig schillernde Bögen oder Säulen rund um die Sonne – so mancher religiös Verzückte will auch schon ein Kreuz darin erkannt haben. Wieder ist Lichtbrechung die Ursache, doch anders als beim Regenbogen fallen die Sonnenstrahlen hierbei nicht auf fast kugelförmige Regentropfen, sondern auf mikroskopisch kleine Eiskristalle.

In den oberen Etagen unserer atmosphärischen Wetterschicht ist es nämlich so kalt, dass die Wolken dort nicht mehr aus flüssigen Wassertröpfchen bestehen, sondern aus Eis. Wenn die Sonne durch diese hauchzarten Wolkenzirren hindurchscheint, umgibt sie sich je nach Form der Eiskristalle mit Kreisen, Doppelringen oder hellen Lichtflecken, den sogenannten Nebensonnen.

Wetterboten

Im Gegensatz zu den wankelmütigen Regenbögen bevorzugen Halos eine ruhige Wetterlage mit klarer Luft, wenig Turbulenzen und einem regelmäßigen Eiswolkenschleier. Und während bei einem Regenbogen die Schauerwolke schon gut sichtbar am Himmel hängt, eignen sich Halos für eine längerfristige Wettervorhersage: Die hohen Cirruswolken sind nämlich oft die Vorboten einer herannahenden Warmfront. Halo-Erscheinungen weisen darauf hin, dass sich der Himmel milchig färbt – damit kündigt sich häufig zunehmende Bewölkung und ein Wetterwechsel an.

Tipps für die erfolgreiche Regenbogen-Suche

Während man bei der Beobachtung von Halo-Erscheinungen die Sonne selbst mit der Hand abschirmen sollte, besteht am Finde-einen-Regenbogen-Tag keine akute Blendgefahr: Um einen Regenbogen zu beobachten, muss man nämlich immer mit dem Rücken zur Sonne stehen.
Bei turbulentem Aprilwetter ist die Chance auf eine Sichtung besonders hoch – nicht umsonst wird der Finde-einen-Regenbogen-Tag am 3. April gefeiert.

An diesem Wochenende soll es einen wechselhaften Mix aus Sonne und Wolken geben, allerdings ist für Deutschland am Samstag kaum Regen angesagt. Aber vielleicht findet man ja wenigstens ein paar regenbogenfarbene Ostereier… In jedem Fall viel Spaß beim Suchen!

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