Klimapolitik und Wissenschaft

Greenwashing

„Nachhaltig verpackt“, „100 % Ökostrom“, mit Slogans und Labels wie diesen sind Werbetafeln und Spots prall gefüllt. Doch steigende Umweltverschmutzung und Treibhausgasemissionen lassen zumindest einen starken Zweifel daran aufkommen, dass es bei der Kommunikation zwischen Unternehmen und Verbraucher*innen immer mit rechten Dingen zugeht. Werden Informationen gezielt manipuliert spricht man in diesem Kontext von Greenwashing.

Anfänge des Greenwashing

Der Begriff Greenwashing wurde in den 1980er Jahren vom Umweltschützer Jay Westerveld geprägt. Die dahinter befindliche Praxis fand jedoch schon in den 1960er Jahren in den USA erste Anwendung. Ein Atomkraftwerksbetreiber reagierte auf die wachsende Antiatomkraftbewegung mit gezielten Werbespots, welche Atomkraft als sichere und saubere Energie darstellten.

Was ist Greenwashing

Übersetzt heißt Greenwashing so viel wie Grünwaschen oder Grünfärben. Bei Greenwashing handelt es sich um PR-Methoden, die darauf abzielen, ein Produkt oder Unternehmen in der Öffentlichkeit als besonders umweltfreundlich, ethisch korrekt oder fair dazustellen.

Der Nutzen von Greenwashing

Im Zentrum des Interesses bei Greenwashing steht die Gewinnmaximierung. Greenwashing dient dazu, das Image eines Produktes zu steigern. Kunden kaufen das gute Gewissen gerne mit ein und sind bereit für „grüne“ und „faire“ Produkte mehr Geld auszugeben. Darüber hinaus erhoffen sich die Unternehmen weniger in den Fokus von Regularien seitens der Politik zu geraten und sichern sich auf diese Weise Legitimation, um auf die Politik einwirken zu können.

Methoden von Greenwashing

Bei Greenwashing bedienen sich die Unternehmen an einem breiten Repertoire an Methoden, um ihre Produkte künstlich aufzuwerten. Dabei verwenden sie nicht selten leere Worthüllen und ungenaue Begrifflichkeiten, verharmlosen die Konsequenzen für die Verbraucher*innen und verschleiern die schlechten Eigenschaften des Produktes. Überdies werden die positiven Elemente verstärkt betont. Eine sehr perfide Masche sind gezielte Falschaussagen. Außerdem arbeiten die Unternehmen häufig mit Bildern und Labels, die teilweise selbst erfunden wurden oder der Realität in keiner Weise entsprechen.

Greenwashing erkennen

Bei dieser Vielfalt an Methoden und Praktiken ist es schwer den Überblick zu behalten. Es existiert ein regelrechter Dschungel an Labels, Siegeln und Symbolen. Und nicht jede Kampagne, die nachhaltige Produkte bewirbt betreibt automatisch Greenwashing. Wir vom Klimahaus Bremerhaven möchten Euch dazu motivieren, nicht blind jedem Werbeslogan zu folgen und von oberflächlichen Bildern auf der Verpackung verleiten zu lassen. Bei häufig verwendeten Produkten kann es sehr lohnenswert sein, einmal etwas mehr Zeit in die Recherche zu investieren. Bei selteneren und teureren Produkten ist es zudem ratsam, sich vor dem Kauf von einem/einer Verkäufer*in beraten zu lassen und diese gezielt auf Nachhaltigkeitsaspekte anzusprechen. Die Methode des Greenwashing setzt auf unsere Flüchtigkeit und kann deshalb mit einer kleinen zusätzlichen Recherche schnell entlarvt werden. Probiert‘s mal aus.

Greenwashing
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