Klimahaus auf Reise

Isenthal. Ein magischer Ort.

Sieben Tage lang waren wir im Isental unterwegs. Auf der Suche nach neuen Geschichten von alten Bekannten und nach allem, was sich in den letzten 17 Jahren verändert hat.

17 Jahre ist eine lange Zeit. Eine Zeit, in der manche Menschen die komplette Schullaufbahn durchlaufen, andere eine Familie gründen, ein Haus bauen und, ja, auch eine Zeit, in der sich in der Umgebung, im Umfeld Dinge ändern.

Es geht los.

22:00 Uhr. Treffpunkt Hannover. Mit dem Nachtzug geht es nach Freiburg. Wir treffen uns direkt im Abteil. Mit dabei sind Manolo für die Fotos, Alessandro für den Film, Axel als Eisbrecher für alle Unterhaltungen, die wir führen wollen und Arne, als Tonangelhalter und Snackversorger. Es geht endlich los. Nach zwei Jahren ist das Team vom Klimahaus wieder im Namen des Klimas unterwegs, um mit jenen Menschen zu sprechen, die von klimatischen Veränderungen am meisten betroffen sind, nämlich jene, die direkt mitten in der Natur leben.

Foto: Manolo Ty

In Freiburg wechseln wir vom Zug zum Mietwagen und haben nur noch ein Ziel: die Berge. Eine steile Straße führt final hinauf und mitten hinein in das Tal, das seit 17 Jahren mit all seinen Geschichten und Gesichtern einen ganzen Ausstellungsraum im Klimahaus füllt: das Isental. Wie kleine Nadelöhre schlängelt sich die Serpentine den Berg hinauf. Darunter wird das türkisfarbene Wasser des Vierwaldstättersees immer blasser, der See selbst immer kleiner.

Ankommen in Isenthal.

Wer nach Isenthal fahren möchte, der muss die Buszeiten im Kopf haben. Denn hier hat der Bus Vorfahrt. Und zwar immer. Unten, bevor es richtig steil nach oben geht, befindet sich ein Schild mit den Buszeiten und gleichzeitig klaren Verbotszeiten. Glück gehabt. Es ist 10:36 Uhr am Morgen, seit 6 Minuten ist der steile Berghang wieder befahrbar.

Mit einem ersten Jauchzen geht es hoch hinauf, noch die Klänge von Neil Youngs „Who’s gonna stand up?“ im Kopf.

Foto: Manolo Ty

Das Dorf Isenthal liegt idyllisch unterhalb des Uri Rotstock Massivs, wo sich das Isental (im Gegensatz zum Dorf ohne h geschrieben) in das Gross- und das Kleintal mit dem Chlitalerbach teilt. Hier wird Landwirtschaft betrieben – und zwar wohin das Auge reicht. Schon auf den ersten Metern fallen die steilen Hänge auf, an denen die Einheimischen bereits fleißig heuen. Dieses Jahr fällt alles ein wenig später aus, denn auch hier hat der intensive Regen die Landwirtschaft ordentlich aus den Rudern gebracht.

„Das hier ist ein magischer Ort“, hat uns Axel noch vorgewarnt. Und ja, Recht hat er. Wir werden mit Kaiserwetter begrüßt. Der Himmel ist völlig wolkenfrei, die Wiesen knallgrün und die Berge so majestätisch wie sie nur sein können.

Zurück bei alten Freunden.

Ein Wiedersehen ist immer magisch. Vor allem dann, wenn zwischen dem letzten Treffen eine halbe Ewigkeit lag. Als wir die Tür zum Hotel Urirotstock öffnen begrüßt uns Ruedi und verpasst Axel direkt eine herzliche Umarmung. So, als hätten sie sich gestern das letzte Mal gesehen.

Hoch hinaus.

Foto: Manolo Ty

Für die nächsten Tage ist das Hotel Urirotstock unsere Basis. Von hier aus geht es hoch zu den Alpen, auf denen Landwirte in absoluter Steillage und mit größter Hingabe ihr Land bestellen. Es geht zurück zu Hedi, Werner und Margrit auf die Biwaldalp und es geht zum Bluemsialpfirn, einem Gletscher, dem es schon lange nicht mehr gut geht.

Doch bis dahin liegen nicht nur Ruedis berühmte Cordon Bleus zwischen uns, sondern vor allem auch Aufstiege, die uns aus der Puste bringen werden, bevor sie uns völlig sprachlos machen. Nämlich von der Natur, die uns hier umgibt, den Geschichten, denen wir lauschen und den Naturgewalten, von denen wir immer wieder hören.

Eine Woche im Isental ist magisch. Das werden wir uns in den kommenden Tagen immer wieder sagen.

Isenthal. Ein magischer Ort.
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