Geschichten des Gelingens

Kleine Lichtblicke

Obwohl die Berichterstattung über Corona seit einem Jahr sehr viel Raum einnimmt, ist auch der Klimawandel in vielen Zeitungen und Zeitschriften wieder häufiger ein Thema. Meistens sind es die besorgniserregenden Folgen des Klimawandels, über die berichtet wird. Dabei gibt es auch gute Nachrichten.

Gefahr erkannt

Laut einer Umfrage des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) sind von weltweit mehr als eine Million Befragten zwei Drittel der Meinung, dass die Klimaveränderung ein globaler Notfall ist. Der Anteil ist in den Industrieländern, die am meisten dazu beigetragen haben, sogar noch höher, bis 80 Prozent. Das ist zwar erst einmal für sich genommen keine Gute Nachricht, zeigt aber einen Bewusstseinswandel, der in demokratischen Ländern über Wahlentscheidungen auch zu politischen Veränderungen führen kann.

Neue Regierung in den USA

In den USA war die Klimapolitik zwar sicher nicht der entscheidende Faktor, aber die letzte Wahl hat in dieser Beziehung zu entscheidenden Veränderungen geführt. Der neue Präsident Biden betrachtet den Klimawandel als eines seiner wichtigsten Themen. Er hat am ersten Tag im Amt den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen wieder rückgängig gemacht. Außerdem hat er John Kerry zu seinem Sonderbeauftragten in Klimafragen gemacht. Kerry hatte als Außenminister unter Präsident Obama entscheidenden Anteil am Zustandekommen des Vertrages.

Durch den erneuten Beitritt der USA und Bidens erklärte Ambitionen, das Ziel des Pariser Abkommens erreichen zu wollen, wird dies sehr viel wahrscheinlicher. Einerseits sind die USA immer noch einer der Staaten mit den höchsten Emissionen, andererseits können sich andere Länder nicht weiter hinter den vorrübergehend geringen Ambitionen der USA verstecken.

Städte gehen voran

Aber auch auf regionaler Ebene gibt es Fortschritte. Im Zuge der COVID-Pandemie hatten sich zunächst 40 Städte auf allen Kontinenten zusammengeschlossen, um dafür zu sorgen, dass Geld für die Erholung von der Pandemie in nachhaltige und gerechte Projekte gesteckt wird. In Deutschland sind bisher Heidelberg und Berlin beteiligt. So soll zum Beispiel durch einen Ausbau der Fuß- und Radwege sowie der öffentlichen Verkehrsmittel klimafreundliche Mobilität gefördert werden. Gleichzeitig soll eine bessere Stadtplanung ermöglichen, dass Wege für den täglichen Bedarf in allen Stadtteilen möglichst kurz sind. Bereits mehr als 50 Städte weltweit sind durch diese Maßnahmen auf dem Weg, erfolgreich zum Ziel des Pariser Abkommens beizutragen.

Weg vom Verbrennungsmotor

Aber auch ganz konkret, durch technische Lösungen hat es wichtige Durchbrüche gegeben. Auch wenn elektrisch betriebene Autos allein die Klimakrise nicht verhindern können, leisten sie einen Beitrag in die richtige Richtung, bevor das öffentliche Verkehrsnetz genug ausgebaut ist. In Norwegen sind durch geschickte Subventionen bereits heute zwei Drittel aller Neuwagen elektrisch. Batterien für Elektroautos werden schon in wenigen Jahren so günstig sein, dass Elektroautos überall billiger sein werden als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Auch die Ladezeit ist bald kein Argument mehr gegen den Kauf eines Elektroautos. Gerade ist eine in Israel entwickelte Batterie, die sich mit einer ausreichend starken Ladesäule innerhalb von fünf Minuten aufladen lässt, in China zum ersten Mal in einer Fabrik produziert worden. Mit einer Ladeinfrastruktur ähnlich dem jetzigen Tankstellennetz, könnte so eine schnellere Akzeptanz von Elektroautos erreicht werden.

Neue Ernährung

Auch auf dem Gebiet der Ernährung gibt es gute Neuigkeiten. In Singapur ist im Dezember das erste Fleisch, das ohne ein Tier zu töten aus künstlich gezüchteten tierischen Zellen erzeugt wurde, für den Verkauf zugelassen worden. Gleichzeitig kann man heute schon in jedem Supermarkt pflanzliche Produkte kaufen, die Fleisch so sehr ähneln, dass sich auch Menschen davon überzeugen lassen, die eigentlich der Meinung sind, ohne Fleisch nicht leben zu können. Diese Entwicklungen könnten das Ende der Massentierhaltung bedeuten.

Gekühlte Korallen

Und auch aus der Natur gibt es gute Neuigkeiten. Vor der Küste Ostafrikas wurde kürzlich ein Gebiet entdeckt, in dem durch die Zufuhr von kühlerem Wasser Korallen besser überleben können. Sollte die globale Temperatur vorrübergehend so stark ansteigen, dass Korallen in vielen Regionen sterben, besteht also die Hoffnung, dass sie in einigen Gebieten überleben können. Wenn die Temperatur dann im Lauf der Jahrzehnte wieder sinkt, könnten sie sich dann von dort wieder in den Ozeanen der Welt ausbreiten.

Kleine Lichtblicke
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