Klimapolitik und Wissenschaft

„Our house is on fire!“ – Waldbrände weltweit im Jahr 2019

Die Waldbrände, die derzeit in Australien und Kalifornien wüten und immer wieder Todesopfer fordern, sind weltweit nicht die ersten in diesem Jahr. In Australien fing das Jahr schon mit Hitzewellen und Waldbränden an. Auch die Waldbrände in Alaska und im Amazonas-Regenwald  waren vielfach in den Medien und haben viel Aufmerksamkeit erregt. Aber auch in Sibirien und in Europa gab es dieses Jahr schon starke Waldbrände.

Es brennt jederzeit irgendwo auf der Welt ein Wald

Tatsächlich brennen jederzeit irgendwo auf der Erde Wälder. Dies lässt sich inzwischen mit Satelliten beobachten. Die NASA verwendet dazu zwei Instrumente, die Waldbrände melden. Dazu messen sie Temperaturen. Waldbrände haben etwa zwischen 280 °C und 800 °C. Unter fires.globalforestwatch.org sind die Daten frei verfügbar. Dabei fällt zuerst auf, dass es auf allen Kontinenten brennt. Bei genauerem Hinsehen, sind aber auch teilweise Industrieanlagen als Waldbrand verzeichnet, wie ein Stahlwerk von Thyssenkrupp in Duisburg oder Brände mitten in der Wüste auf der arabischen Halbinsel, die wahrscheinlich auf Ölquellen zurück zu führen sind. Auch die Brände auf Feldern in Nordindien, die derzeit die Luftqualität in Neu-Delhi sehr stark beeinträchtigen, sind zu erkennen.  Sie werden gelegt, um Pflanzenreste zu verbrennen, damit das Feld neu bestellt werden kann.

Wärmere Temperaturen führen zu vermehrten Waldbränden

Auch wenn einige der Brände nicht auf natürliche Weise, also durch Blitze entstanden sind, sondern durch Brandstiftung oder Fahrlässigkeit, steigt das Risiko für Waldbrände mit steigenden Temperaturen. Die wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Dadurch verdunstet mehr Wasser und der Boden und die Vegetation trocknen immer stärker aus. Außerdem kommt es im Zuge der Klimaerhitzung auch häufiger zu extremen Wettersituationen und damit auch zu extremen Dürreperioden, die das Entstehen und die Verbreitung von Waldbränden weiter verstärken. Dies betrifft zum Beispiel Brände, die in Brasilien in bereits abgeholzten Gebieten genutzt werden, um die Felder vorzubereiten. Bei ungünstigen Wetterbedingungen erfassen diese Brände dann auch bisher unberührte Waldgebiete.

Die Feuerwehr arbeitet mit der indigenen Bevölkerung zusammen, um große Brände zu verhindern

Ein Teil der Ursache für die ausgedehnten Brände ist auch, dass traditionelle Methoden der indigenen Bevölkerung lange Zeit verboten wurden. Zum Beispiel in Kalifornien und Australien wurden Jahrtausende lang gezielt kleinere Brände gelegt, um das Unterholz zu vernichten. Dadurch können sich größere Brände nicht so leicht ausbreiten. Diese Methode hat auch weitere Vorteile. Die Samen mancher Bäume können nur keimen, wenn sie einen Brand erlebt haben. Seit einiger Zeit arbeiten lokale Feuerwehren mit der indigenen Bevölkerung zusammen, um mit deren traditionellen Wissen wieder gezielte Brände einzusetzen als Schutz vor größeren Bränden. Eine weitere Methode zur Vorbeugung von Bränden, die fast in Vergessenheit geraten wäre, ist der Einsatz von Ziegen zur Beweidung. Ziegen fressen das leicht brennbare Unterholz. Sie werden in Portugal wieder vermehrt eingesetzt, nachdem dort über Jahrzehnte zugunsten des Waldausbaus vernachlässigt wurden. In Kalifornien haben Ziegen sogar die Bibliothek zu Ehren des ehemaligen Päsidenten Ronald Reagan gerettet. Ende Oktober war ein großer Waldbrand dieser sehr nahe gekommen. Ziegen hatten aber im Frühling alle brennbaren Pflanzen rund um die Bibliothek vernichtet.

Warum sind Waldbrände so ein Problem für unsere Umwelt?

Durch die großen Brände werden große Mengen CO2 freigesetzt, das in den Bäumen und im Boden gespeichert war. Dieses CO2 trägt zur weiteren Erwärmung bei. Der bei der Verbrennung entstehende Ruß ist ein weiteres Umweltproblem. Er führt zu Atemproblemen, die bei Menschen mit bestehenden Atemwegserkrankungen auch gefährlich werden können. Zusätzlich kann sich der Ruß aus den Bränden in Alaska und Sibirien auf Eis und Schnee setzen. Die Oberfläche wird dann dunkler und nimmt dadurch mehr Sonnenstrahlung auf. Eis und Schnee können so leichter schmelzen.

Zwar kann die auf den verbrannten Flächen nachwachsende Vegetation auch wieder CO2 binden, allerdings nicht so viel wie große, alte Bäume.

„Our house is on fire!“ – Waldbrände weltweit im Jahr 2019
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