Wetterextreme

Wetterrückblick und gute Vorsätze

Der Jahreswechsel ist der traditionelle Zeitpunkt für einen Blick zurück, aus meteorologischer Sicht heißt das: Wie war das Wetter 2019? Die Messdaten sprechen eine klare Sprache: im Mittel viel zu warm! Laut Deutschem Wetterdienst belegt 2019 den dritten Platz auf der Liste der wärmsten Jahre Deutschlands.

Ungemütlicher Start

Der Januar begann allerdings recht ungemütlich: Auf der stürmischen Nordsee verlor ein Frachtschiff auf dem Weg nach Bremerhaven fast 300 Container, kurz darauf wurde die Alpenregion unter extremen Schneemassen begraben. Dagegen kamen Ende Februar bereits reichlich verfrühte Frühlingsgefühle auf: Neben Rekorden bezüglich der Sonnenscheindauer wurde in Teilen Deutschlands sogar die 20-Grad-Marke geknackt. Im März ging es stürmisch und mild weiter. Auch im April lag die Durchschnittstemperatur über dem langjährigen Mittel. Die Rekordserie von 13 „überdurchschnittlichen“ Monaten in Folge wurde erst im darauffolgenden Monat unterbrochen: Der Mai war der erste und blieb der einzige „zu kühle“ Monat im Jahr 2019 – alle anderen Monate waren wärmer als normal.

Neuer Hitzerekord im Juli

Aus dem allgemeinen Wettergeschehen 2019 stechen vor allem die extremen Hitzewellen im Sommer heraus. Ende Juli wurde der bisherige Deutschlandrekord bezüglich der Tageshöchsttemperatur (40,3 Grad) nicht nur übertroffen, sondern mit 42,6 Grad in Lingen geradezu pulverisiert. Vor allem der Norden und Osten Deutschlands hatte wie schon im vorigen Jahr mit Dürre zu kämpfen. Erst ab September fiel wieder mehr Regen, der das Niederschlagsdefizit aber auch bis zum Ende des Jahres nicht mehr vollständig ausgleichen konnte – die unteren Bodenschichten sind in weiten Teilen Deutschlands nach wie vor zu trocken.

Idai und Dorian verwüsten Mosambik und die Bahamas

Im weltweiten Wetterrückblick bleiben vor allem die Extremereignisse in Erinnerung, wie die tropischen Wirbelstürme Idai und Dorian, die Mosambik und die Bahamas verwüsteten, sowie die außergewöhnlich hohen Temperaturen und Brände in der Arktis. Auch im globalen Mittel zählt 2019 zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Messaufzeichnungen (wahrscheinlich auf Platz 2 hinter 2016).

Was bringt 2020?

Und was erwartet uns wettertechnisch im Jahr 2020? Laut Modellprognosen des britischen Wetterdienstes wird 2020 im globalen Durchschnitt ebenfalls ein sehr warmes Jahr. Konkrete Vorhersagen für das Wetter in Deutschland lassen sich daraus noch nicht ableiten, doch insgesamt steigt in einem immer wärmeren Klima die Wahrscheinlichkeit für extreme Wetterlagen wie sommerliche Hitzewellen.

Die vergangenen beiden Sommer haben dazu beigetragen, dass dieser Zusammenhang und die negativen Folgen des Klimawandels stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt sind. 2019 war deshalb auch das Jahr der großen Klimademos, in dem das Thema Klimawandel auf der Tagesordnung der Regierungen vieler Länder aufgetaucht ist. An wirksamen Gesetzen und deren Umsetzung hapert es noch, doch auch dafür bietet das neue Jahr eine neue Chance. Auf dass es nicht nur bei guten Vorsätzen bleibt!

(Foto: Susanne Nawrath)

Wetterrückblick und gute Vorsätze
Bewerte diesen Beitrag

0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>