Aus dem Klimahaus

Wieso, weshalb, Waran: Ein Überblick über Nilwarane

Ein Blogbeitrag von Lina Arnskötter. Tierpflegerin im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost.

Viele von Euch haben in den letzten Tagen mitgefiebert, gesucht und Daumen gedrückt. Unsere Warandame hat sich schon am ersten Tag in ihrem neuen Gehege eine Auszeit gegönnt und die neue Behausung fluchtartig verlassen.
Nach rund 70 Stunden haben wir die Ausreißerin wiedergefunden. Doch was genau sind denn jetzt Warane für Tiere? Ok, den Nil kennt man als einen der längsten Flüsse der Welt, und bei Waran denken die meisten doch eher an Wawa von Urmel aus dem Eis.

Unsere Warane haben mittlerweile auch viele Freunde hier im Klimahaus, aber ein Urmel oder ein Schwein gehören nicht dazu – die würden es in der Heimat des Nilwarans wahrscheinlich auch nicht lange aushalten.

Der Waran – ein besonderes Reptil

Die im Fachjargon Varanus Niloticus (lat. Name) genannten Tiere leben in Zentral- und Westafrika und fühlen sich an Uferrändern von Seen und Flüssen am wohlsten. Daher findet ihr sie bei uns auch in der Reisestation Kamerun.

Ein exzellenter Fährtenleser, Schwimmer und Akrobat

Nilwarane gehören zu den Schuppentieren und sind Reptilien. Anatomisch hat der Waran so einiges zu bieten! Natürlich ist er wie jedes andere Reptil wechselwarm, das heißt, dass er seine Körpertemperatur an der Außentemperatur anpasst. Außerdem besitzen Nilwarane Krallen die optimal fürs Klettern und Graben geeignet sind. Anders als andere Echsen hat der Waran kein Regenerationsvermögen in der Schwanzwurzel, das heißt einmal ab, immer ab.

Dafür hat der Waran aber andere „Superkräfte“. Er ist ein exzellenter Fährtenleser. Durch sein sogenanntes Jacobson-Organ, welches sich zwischen Gaumen und Schädeldach befindet, kann er Kilometerweit Duftspuren aufnehmen. Warane besitzen auch eine innere Uhr. Diese nennt man Parietalorgan und dient als Zeitgeber für Aktivphasen und wird über das Sonnenlicht gesteuert. Das erklärt, warum sie tagaktive Tiere sind. Durch ihren natürlichen Lebensraum am Wasser haben sich Nilwarane zu guten Schwimmern entwickelt und können bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben. Sie sind sehr intelligente Tiere, denen man auch das eine oder andere beibringen kann, da sie von Grund auf neugierig sind.

Normal leben Großwarane eher für sich alleine und suchen nur zur Paarungszeit vermehrt Kontakt zu Artgenossen. Wenn der Waran ganz ohne Parship und Elitepartner seine Liebsten gefunden hat, fängt das Weibchen an, seine 10 bis 15 Eier in der Erde oder unter Baumwurzeln zu legen und zu vergraben. Nach drei Monaten schlüpfen dann die 16 bis 19 cm kleinen Jungtiere. Diese sind direkt vollkommen selbstständig und nicht auf ihre Eltern angewiesen.

Die Leibspeise des Warans

In freier Wildbahn fressen Warane hauptsächlich Vögel, Nagetiere und Aas. Eine Vorliebe der Nilwarane sind frische Eier. Nicht selten kommt es vor, dass Sie Krokodileier ausbuddeln und sich schmecken lassen.

Mit einer Größe von 1,80 m bis 2,40 m und einem Gewicht von bis zu 30 kg sind die Nilwarane ausgewachsen und erreichen ein Alter von bis zu 40 Jahren. Obwohl die Tiere durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt sind, gibt es sie in freier Wildbahn eher selten. Das liegt zum einen daran, dass wir Menschen seinen Lebensraum durch Rodung für Plantagen zerstören und zum anderen ist seine Haut auch sehr beliebt und begehrt für den Lederhandel.

Alles in Allem sind Warane faszinierende und bewundernswerte Tiere, die unseren Schutz verdienen.

Wieso, weshalb, Waran: Ein Überblick über Nilwarane
2 (40%) 1 Bewertun[en]

0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über Ihren Beitrag!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>