Klimahaus-Empfehlungen

Zeit, Poesie und Wissenschaft – Neue Literatur zum Klimawandel

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Gute Bücher und Erzählungen können die trockenen Aussagen der Forschung durch emotionale Erzählweise ergänzen, können Medienberichte um den Faktor des visionären Zukunftsblicks vervollständigen – und so neue Zielgruppen für das Thema Klimawandel erschließen. Unser Gastautor Fritz Heidorn gibt vier Empfehlungen zur Sommerlektüre 2021

Der Klimawandel ist als Narrativ in der Literatur angekommen, bereits seit Langem in der Science-Fiction in Form dystopischer oder utopischer Zukunftsentwürfe, aber zunehmend auch in der Gegenwartsliteratur, im Kulturroman, in der populären Sachbuch-Sparte. Das Thema nimmt Fahrt auf, schlägt sich im Gemüt nieder, setzt sich in den Köpfen fest. Damit ergänzen die literarischen Zugänge die Wortmeldungen aus der politischen Debatte oder der Forschung. Gute Literatur kann die trockenen Aussagen der Wissenschaft durch ihre emotionale Erzählweise ergänzen und die Berichte des Journalismus um den Faktor des visionären Zukunftsblicks vervollständigen. Eine ganzheitliche Betrachtungsweise ist das Ziel, damit Menschen ohne Expertenwissen den Klimawandel in seinen verschiedenen Aspekten für sich entdecken und verstehen.

Als Sommerlektüre 2021 seien hier drei Bücher und eine Kurzgeschichte vorgestellt, die als anregende Beispiele für die neue narrative Kunst der Literatur zum Klimawandel gelten können. Die drei Bücher sind längere Berichte aus der Ich-Perspektive dreier Berichterstatter, welche auf die globale Klimakrise durch das Prisma ihres jeweiligen Kulturkreises blicken. Die Kurzgeschichte hingegen ist ein Musterbeispiel für das ironische Potenzial von Science-Fiction, eine konzentrierte Geschichte also, in der der Autor kreativ mit allzu kurz gedachten Lösungsvorschlägen für Geoengineering umgeht.

Amitav Ghosh: Die Inseln

Blessing-Verlag, München 2019

Amitav Goshs Gegenwarts-Roman beschreibt eine interkulturelle Reise des Protagonisten zwischen Handlungsorten in Indien, den USA und in Europa. Der Autor schildert in den Reise­etappen des Protagonisten mit Bezügen zu seiner eigenen Familiengeschichte und deren kultureller Verwurzelung verschiedene Erscheinungsformen des Klimawandels. Sie zeigen sich in Form veränderter Wanderrouten von Tierarten, als kulturelle Konflikte, als Migrationsprobleme, als Kritik an historischem Kolonialismus und gegenwärtigem Fremdenhass.

Jede gute Klimawandel-Geschichte erzählt von multiplen, verschränkten Reisen, wie es auch Amitav Ghosh wunderbar gelingt. Der Autor verschränkt die hochkomplexen Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedenen Ebenen: Die Reisen des Erzählers zu Orten kultureller Gegensätze der Erde bringt er in Verbindung mit Flüchtlingsbewegungen von Menschen nach Europa und von Tierwanderungen in den Sundarbans, den riesigen Mangrovenwäldern im Mündungs- und Überschwemmungsgebiet von Brahmaputra, Ganges und Meghna. Amitav Gosh integriert in seine Reise-Erzählungen Dialoge, die von der Gier der Menschen erzählen, von kommenden Dämonen, die nach der Hindu-Mythologie die Macht ergreifen und die Welt untergehen lassen werden sowie von den Schilderungen der Apokalypse bei anderen Religionen.

Im Zentrum des Romans stehen allerdings die realen Folgen des Klimawandels in der Gegenwart, die der Autor in seine interkulturellen Erzählungen einbettet: eine angekündigte Massenstrandung von Delphinen in den indischen Sundarbans, die Veränderungen in den Verbreitungsgebieten vieler Tierarten und insbesondere verschiedene Blickwinkel auf die Flüchtlingsbewegungen nach Europa. Dieser Kontext ist mit einer radikalen Kritik an den Europäern verbunden, die:

„im Interesse des Handels (…) in schier unvorstellbarem Ausmaß Menschen auf andere Kontinente verpflanzt und so das demografische Profil des gesamten Planeten verändert (hatten). Doch während sie andere Kontinente neu bevölkerten, waren sie immer darauf bedacht gewesen, ihre eigenen städtischen Territorien in Europa weiß zu halten.“

Andri Snær Magnason:
Wasser und Zeit

Insel-Verlag, Berlin 2020

War der indische Subkontinent über Jahrhunderte hinweg aus europäischer Sicht lediglich koloniale Peripherie, so galt dies auch für das abgelegene, von Dänemark kolonisierte Island. Wie sein Autorenkollege begibt sich auch Andri Snær Magnason in Wasser und Zeit auf die Spuren der eigenen Familiengeschichte und zur Historie der unberührten Wildnis Islands mit seinen abschmelzenden Gletschern.

Der Autor schildert den Beginn seiner Beschäftigung mit dem Klimawandel – eine in seiner Familiengeschichte wurzelnde Auseinandersetzung, die ihn mit immer größerer Wucht trifft. Bereits in den 2000er Jahren hatte sich Magnason beim Schutz der letzten Wildnis auf Island politisch engagiert und die Aluminiumindustrie kritisiert, bevor ihm ein altes isländisches Buch von Helgi Valtysson in die Hände fiel – Auf Rentierpfaden (1945), in dem dieser auf eine geradezu schwülstige Art das Leben der letzten freilebenden Rentierherde Islands auf der Hochebene von Kringilsarrani beschreibt. Der Autor verdichtet seine Reisen in diese abgelegene Wildnis in den Jahren 1939, 1943 und 1944 zu einem Gedicht epischer Größe:

„Das wilde Hochland ist endlos weit und gipfelblau. Seine Stille lässt dich verstummen und aufhorchen. (…) Und dein Selbst verschmilzt wie eine bebend erklingende Saite mit Gottes stillgeschwängerter Kosmosweite und wird mit ihr eins.“

Andri Snær Magnason hat die Hochebene von Kringilsarrani in der Gegenwart selbst besucht und schildert sie als ein Stück unberührter Natur auf sechshundert Meter Höhe gelegen, eingerahmt von zwei tosenden Gletscherflüssen und dem Gletscher Bruararjökull, der große Mengen fruchtbares Land vor sich hergeschoben hatte, als er im Jahre 1890 in Bewegung geriet. Diese einzigartige Wildnis verdient wohl eine poetische Beschreibung von entsprechender Wucht, die den Menschen verstummen lässt: Gottes stillgeschwängerte Kosmosweite.

Das Leben im Island der Gegenwart indes ist völlig anders als zur Zeit von Helgi Valtysson. Damals waren die Menschen auf Island arm, viele starben an Hunger oder der Spanischen Grippe. Zwanzig Prozent der Bevölkerung verließen das Land, um ihr Glück in den USA oder Kanada zu suchen. Heute leben die Isländer im Überfluss mit weltweit den meisten Autos, Fernsehern, Flugzeugen und Fischtrawlern pro Kopf sowie der weltweit größten Aluminiumindustrie. Die Zeit der Poesie ist vorbei, es herrscht die Zeit des Überflusses.

Magnason fragt sich, mit welchen Worten man die Zeit der Umweltverschmutzungen und des Klimawandels beschreiben kann. Er bezeichnet den Klimawandel als „Rauschen“ wie bei einem akustischen Gerät, in dem die geordneten Töne durch ein störendes Grundrauschen ersetzt worden sind. Dieses Rauschen verwirre die Menschen und wäre eigentlich eher als ein Schwarzes Loch zu bezeichnen, in dem alle Informationen versinken und das man nicht begreifen könne, weil die ungeheure Masse alle Bedeutung verschlucke, meint der Autor. Mit welchen Worten könne man der Beschreibung des Phänomens des Klimawandels überhaupt gerecht werden?

Mit dieser Gefühlslage, das Kommende allein wegen seiner Größe und Komplexität nicht annähernd gut beschreiben zu können, reist Magnason zu einer Konferenz nach München, wo er auf Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) trifft, den Leiter der Forschungsabteilung für Erdsystemanalyse. Mit ihm gerät Magnason in einen Diskurs über Wissenschaft und Erzählkunst, der ihn sehr nachdenklich macht. Lucht rät dem Schriftsteller, dass dieser nach seiner leidenschaftlichen Beschreibung von Landschaften, Wasserfällen und verborgenen Tälern in den Bergen nun auch die dringlichsten Themen unserer Zeit bearbeiten solle, also beispielsweise den Klimawandel.

Magnason beendet sein Buch in drei Schlusskapiteln, die nach seinem persönlichen Zeitband von der Vergangenheit in zwei unterschiedliche Zukünfte reichen. In einem davon unter dem Titel „Crocodylus Thorbjarnarsoni“ beschreibt der Autor, was er von seinem Onkel John Thorbjarnarson, einem anerkannten Krokodilforscher, gelernt hat. Er hat ihm gezeigt, dass man der Welt einen Schubs geben und so ihren Verlauf verändern kann: „Es ist unsere Bestimmung, nützlich zu sein, etwas zu bewirken, Wissen zu vermehren und die Welt in die richtige Richtung zu steuern, wenn sie vom Kurs abgekommen ist.“ Dieses Umsteuern, so Magnason, stelle eine Herausforderung dar, „die es bisher nur als Science-Fiction gab“. Notwendig sei die Kraft der Imagination: „Ein großer Teil der Lösung liegt in der Vorstellungskraft.“

Es brauche zumeist keine neuen Technologien, sagt der Autor, sondern kreative Umwidmungen des Bestehenden und den Schutz der Natur. Dieses Kapitel endet mit dem Satz: „Aber wenn wir es schaffen, könnte eine Welt entstehen, die vielleicht nicht perfekt sein wird, aber dennoch schöner, als sich mit Worten beschreiben lässt.“ Kosmosweite gewissermaßen.

Elizabeth Kolbert:
Under A White Sky

Crown/Random House, New York 2021

Wie Gosh und Magnason reist auch die US-Journalistin und -Autorin Elizabeth Kolbert zu Schauplätzen spektakulärer Umweltkatastrophen, in ihrem Fall entlang des Mississippi, in die Mojave-Wüste und zum australischen Great Barrier Reef. Sie spricht mit Anwohnern und Experten, um die Folgen der menschengemachten Katastrophen vorzustellen. Sie trifft Ingenieure auf Island, die Kohlendioxid-Emissionen in Stein umwandeln, auf Forscher in Australien, die eine Super-Koralle entwickeln, die auch unter den Bedingungen des Klimawandels und eines übersauerten Ozeans überleben kann sowie auf Physiker, die darüber nachdenken, wie man das Erdklima herunterkühlen könnte, indem man kleine Diamanten in die Atmosphäre schießt. Das Buch ist auch ein Plädoyer für ungewöhnliche und teilweise verrückte, aber ernsthafte Versuche, den Klimawandel durch technische Maßnahmen zu stoppen.

Ein Projekt beispielsweise dient der Rettung der letzten Exemplare des „Devils Holes Pupfish“ (Cyprinodon diabolis) in einem Wasserloch in der Wüste des Death Valleys. Dieser einzigartige, etwa drei Zentimeter große, blaue „Teufelskärpfling“ lebt ausschließlich in einem Kalksteinbecken von etwa fünf mal vier mal drei Meter Größe in Devils Hole, Nye County in Nevada, USA, in einem durch eine Warmwasserquelle auf 32 bis 38 Grad Celsius aufgeheizten und sauerstoffarmen Milieu. Der Fisch ist wahrscheinlich vor zwei bis drei Millionen Jahren in diesen abgelegenen Teil des Death Valleys eingewandert, als dort anstelle der heutigen Wüste noch Flüsse und Seen zu finden waren. Heute ist der Fisch in seinem Refugium eingeschlossen. Die Art ernährt sich hauptsächlich von Kieselalgen und legt einzelne Eier das ganze Jahr über ab. Nach Zählungen von Wissenschaftlern gibt es nur noch zwischen 200 und 500 lebende Exemplare des „Teufelskärpflings“ in seinem natürlichen Lebensraum.

Der United States Fish and Wildlife Service hat ein Grundstück in der Umgebung des natürlichen Lebensraums des „Teufelskärpflings“ aufgekauft und in das Ash Meadows National Wildlife Refuge samt Besucherzentrum umgewandelt. Hier wird versucht, die Art durch Aufzucht und Vermehrung zu retten. Was sich als nicht ganz einfach herausstellte, wie Elizabeth Kolbert herausfand. Zunächst einmal musste die Genehmigung eingeholt werden, Eier des „Teufelskärpflings“ aus dem natürlichen Lebensraum entnehmen zu dürfen und dabei ist bedeutsam, dass die Weibchen eben immer nur ein einzelnes Ei ablegen. Als die Versuche zur künstlichen Rettung im Jahre 2013 begannen, lebten offenbar nur noch 35 erwachsene Tiere im Devils Hole. Zunächst wurde nur ein einziges Ei entnommen, was allerdings in der Aufzuchtstation abstarb. Im folgenden Winter wurden 42 Eier entnommen, von denen 29 erfolgreich zu erwachsenen Fischen aufgezogen werden konnten. Der Rettungsversuch der Art begann zu wirken, wenn auch nachfolgende biologische Probleme bewältigt werden mussten, beispielsweise die Verhinderung der Jagd des eingeschleppten Käfers „Neoclypeodytes“ auf die Fischbrut.

Die letzten 35 ihrer Art: Wo der Mensch für den Fisch buchstäblich zum rettenden Gott wird, stellt sich die Frage – welche Art von Natur soll hier eigentlich gerettet werden, die „wilde Natur“ oder die „gezähmte Natur“? Ist dies ein Fall unter der Rubrik „Natur der Zukunft“, wie die Autorin ihr Buch untertitelt hat? Ist das hübsche blaue Fischchen eine Art von „Stockholm Species“ der Gegenwart, bei der die aus der Natur gekidnappten Exemplare ihre Sympathie für die menschlichen „Retter im Auftrag der Zukunft der biologischen Vielfalt“ zeigen müssten? Handelt es sich um eine unbedingt zu bewahrende Art für die Zukunft, um die Artenvielfalt auf der Erde zu erhalten? Oder sollte man die Sache dem Lauf der Dinge überlassen und das Aussterben der Art einkalkulieren?

Elizabeth Kolbert schreibt als Fazit, dass ihr die beschriebenen Projekte nicht unbedingt als eine Form von Technik-Optimismus erschienen seien, sondern eher als „techno-fatalism“:

„This has been a book about people trying to solve problems created by people trying to solve problems. (…) Without exception, they were enthusiastic about their work. But, as a rule, this enthusiasm was tempered by doubt.”

Cixin Liu: Moonlight

Ken Liu (Translator and Editor): Broken Stars. Contemporary Chinese Science Fiction in Translation, Tor Books/Head of Zeus, London 2019

Endet Kolberts Buch mit Zweifeln, so ist Cixin Liu über dieses Stadium bereits hinaus: Die Kurzgeschichte des chinesischen Autors ist eine ironische Erzählung darüber, wie die katastrophalen Umweltbedingungen auf der Erde der Gegenwart, hervorgerufen durch den Abbau und die Nutzung fossiler Brennstoffe, durch großtechnische Experimente in globalem Maßstab korrigiert werden sollen – und diese scheitern. Die Erzählung ist einfallsreich, kreativ und hält denjenigen einen Spiegel vor, die an einfache technische Lösungsmechanismen durch Geoengineering glauben.

Der Protagonist wird von seinem eigenen Zukunfts-Ich aus dem Jahre 2123 angerufen. Ihm wird geschildert, dass die Eiskappen an den Polen verschwunden sind, dass der Meeresspiegel um zwanzig Meter gestiegen ist und eine Migration von 300 Millionen Küstenbewohnern in das Landesinnere stattgefunden hat. Trostlosigkeit und politisches Chaos beherrschen die Welt, die Wirtschaft steht kurz vor dem Kollaps. Es sei die Mission der beiden Individuen aus Gegenwart und Zukunft, dieses zu verhindern, drängt das Zukunfts-Ich. Dafür gebe es eine Technologie, die „Silizium-Pflug“ genannt werde. Mit diesem Gerät könne normaler Boden in eine Fläche aus stromgewinnenden Solarzellen umgewandelt werden, denn der „Silizium-Pflug“ würde die im Boden enthaltenen Siliziumverbindungen extrahieren und in monokristallines Silizium umwandeln. Das Gegenwarts-Ich müsse nur die E-Mail, die ihm gleich geschickt würde, öffnen und lesen. Gesagt, getan, die Änderung der Zeitabläufe wird in Gang gesetzt.

Natürlich ist bereits zu ahnen, dass dies der Anfang einer Kette von Fehlentwicklungen sein wird. Der zweite Anruf kommt aus dem Jahre 2119. Ein zweites Zukunfts-Ich schildert, dass die Beseitigung des fossilen Zeitalters erfolgreich war und dass kein Klimawandel stattgefunden habe. Aber – dafür seien andere Fehlentwicklungen begünstigt worden. Zunächst habe die Solarenergie in den 2020er Jahren den Welt-Energiemarkt übernommen, und alle fossilen Energieträger seien verschwunden. Dann allerdings sei der Flächenfraß für Solarfelder so groß geworden, dass nunmehr fast die gesamte Erdoberfläche von Solarfeldern eingenommen würde und das sei schlimmer und schneller gegangen als die Wüstenbildung in früheren Zeiten auf der Erde. Man müsse diese Entwicklung widerrufen, denn die Erde sei wüst und leer. Es gebe eine Technologie, die dies verhindern könne, nämlich die „ultra-tiefe Bohrung“. Mit dieser Technologie würde in mehr als hundert Kilometern Tiefe die Mohorovicic-Diskontinuität angebohrt werden, also die Grenzfläche zwischen Erdkruste und Erdmantel, um dort geoelektrische Energie zu gewinnen. Damit könnten alle Probleme gelöst werden. Gesagt, getan…

Der dritte Anruf aus der Zukunft kommt aus dem Jahre 2125. Die Stadt Shanghai ist jetzt in den Untergrund verlegt worden. Auf der Erdoberfläche herrscht Radioaktivität, Menschen würden dort ohne Schutzkleidung sofort eines schlimmen Todes sterben, Blut dringe aus der Haut. Die Gewinnung geoelektrischer Energie habe sich noch viel schneller entwickelt als die Solarenergie. Allerdings sei diese Energiequelle am Beginn des 22. Jahrhunderts plötzlich versiegt, die Kompasse hätten nicht mehr nach Norden gezeigt und das elektromagnetische Schutzschild der Erde, der Van-Allen-Gürtel, sei verschwunden, so dass die ultraviolette Strahlung der Sonne den Erdboden erreicht habe. Dies sei allerdings nur der Anfang. In den nächsten drei bis fünf Jahrhunderten würden die Sonnenwinde die Atmosphäre der Erde vollständig zerstören und alles Wasser auf der Oberfläche und in den Meeren verdampfen lassen. Allerdings habe man jetzt einen Durchbruch in der Fusionstechnologie erreicht und könne unbegrenzte Energie erzeugen. Damit würde man versuchen, das Magnetfeld der Erde wieder neu zu starten. Die Ergebnisse seien allerdings nicht sehr ermutigend…

Wir müssen es wieder reparieren – lauten die übereinstimmenden Meinungen des Zukunfts-Ichs und des Gegenwarts-Ichs. Die Schlusspointe Kurzgeschichte sei hier nicht verraten, nur ihre letzten Worte: „Dawn brightened the eastern sky. The world began another ordinary day. Nothing had happened, at all.”

Zeit, Poesie und Wissenschaft – Neue Literatur zum Klimawandel
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